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Parasiten bekämpfen

Die unsichtbare Gefahr im Innern des Pferdes

Man sieht sie in der Regel nicht – und trotzdem sind sie da: Würmer und andere Endo-Parasiten, die im Inneren des Pferdes leben. Ein gewisser Parasitenbefall ist normal, breiten sich die ungebetenen Gäste jedoch ungehindert aus, kann das beim Pferd zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen.

Spulwürmer, Pfriemenschwänze, Zwergfadenwürmer, Lungenwürmer, kleine und grosse Palisadenwürmer, Bandwürmer und die Larven von Magendasseln: Die Feinde im Innern des Pferdes haben alle einen Namen. Vermeiden lassen sie sich nicht, denn als Pflanzenfresser nehmen Pferde mit Heu und dem Gras auf der Weide die Eier von Parasiten oder auch infizierte Zwischenwirte auf. In freier Wildbahn laufen Pferde den Parasiten buchstäblich davon, auf unseren mehrheitlich kleinen, dicht besetzten Weiden ist das nicht möglich. In der Schweiz gibt es immer mehr Pferde, die auf immer engerem Raum zusammenleben, wodurch der Parasitendruck steigt. Dazu trägt auch die Klimaerwärmung bei. Wegen immer kürzeren und milderen Wintern überleben die meisten Wurmeier und Larven mühelos. 

Massenbefall richtet Schäden an

Mit einer geringen Menge an Parasiten wird das Pferd gut fertig. Doch je wärmer die Temperaturen sind und je länger die Weidesaison dauert, desto mehr Parasiten nimmt das Pferd auf. Und diese finden im Innern des Pferdes ideale Bedingungen, um sich munter weiter zu vermehren. Bei einem Massenbefall sind Parasiten in der Lage, dem Pferd beträchtliche gesundheitliche Schäden zuzufügen. Diese reichen von Leistungsabfall und Konditionsverlust über mattes, struppiges Fell bis hin zu schweren Schäden an inneren Organen wie Lunge, Magen und Darm. Letztere führen nicht selten zu schweren Koliken.  

Davor können Pferde jedoch wirksam geschützt werden, durch eine strategische Parasitenbekämpfung mit Arzneimitteln vom Tierarzt, einer Wurmkur. Moderne Breitspektrum-Antiparasitenpasten, die für das Pferd gut verträglich sind, töten mit nur einer Anwendung Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln zuverlässig ab und verhindern ihre weitere Ausbreitung.

Zusammen mit flankierenden Massnahmen wie sorgfältiges Misten, gelegentliches Abwaschen der Boxenwände, regelmässiges «Abäpfeln» der Weiden und Wechselbeweidung mit Wiederkäuern bekommt man die Parasitenplage in den Griff. 

Regelmässig oder selektiv Entwurmen?

Das regelmässige Entwurmen hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Die beim Tierarzt Ihres Vertrauens erhältlichen Wurmkuren sind einfach und praktisch in der Anwendung und für das Pferd sehr gut verträglich. Das Kalender-basierte Entwurmen ist unkompliziert und bietet in Verbindung mit guter Weidehygiene dem Pferd einen Schutz gegen gefährliche Parasiten. Durch das konsequente Entwurmen hat man in der Schweiz die Wurmproblematik gut unter Kontrolle gebracht. Völlig verwurmte Pferde, die mit perforierten Därmen im Notfall vorgestellt werden, sehen die Tierärzte heute selten.

Die Methode der selektiven Entwurmung ist bei uns relativ neu. Sie bezieht sich nicht auf das Pferd als Individuum, sondern zielt darauf ab, den Infektionsdruck innerhalb eines Bestandes zu senken. Die Entscheidung, ob ein oder mehrere Pferde mit einer Wurmkur behandelt werden, ist abhängig von den mehr oder weniger zuverlässigen Ergebnissen der Kotproben. In der Schweiz hat man bereits einige Jahre Erfahrung mit der selektiven Entwurmung. Gemäss kritischen Stimmen erscheint die Methode weder als allgemein angemessen noch überzeugend begründbar. In Dänemark, wo selektiv entwurmt wird, kehrten bestimmte Parasiten, allen voran der gefährliche, auch als «horse killer» bezeichnete Blutwurm zurück, sobald weniger häufig entwurmt wurde.

Es gibt also gewichtige Gründe, die bisherige Praxis der regelmässigen Entwurmung, die sich über Jahre bewährt hat, nicht komplett in Frage zu stellen. Analysieren Sie deshalb zusammen mit Ihrem Tierarzt die Situation Ihres Pferdes (Haltungsform,  Bestandesgrösse, Weidenutzung, Hygiene usw.), legen Sie gemeinsam ein individuelles Behandlungsschema fest und entwurmen Sie so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig, insbesondere mit der richtigen Dosierung.

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