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Die Mauke – Wenn die Matschzeit unter die Haut geht

Wie wir alle freuen sich auch Pferdehalterinnen und Pferdehalter auf wärmere Temperaturen, längere Tage und den Auftakt der Weidesaison. Doch der Saisonwechsel bringt für alle Beteiligten nicht nur Freude, sondern auch Tücken. Während das langsame Angrasen zur Vorbeugung von Koliken und Hufrehe für die meisten längst zum Standard gehört, wird eine andere Gefahr oft unterschätzt: die Mauke.

Warum gerade jetzt Vorsicht geboten ist und wie Sie Ihre Pferde wirksam schützen können, erfahren Sie hier.

Was ist Mauke?

Mauke ist eine Hautentzündung im Bereich der Fesselbeuge. Medizinisch gesehen ist "Krankheit" hierbei nicht ganz der richtige Begriff. Während eine Krankheit meist eine klare, einzelne Ursache hat, handelt es sich bei Mauke um ein Syndrom. Das bedeutet, es ist eine Ansammlung verschiedener Symptome, deren Ursachen vielschichtig und oft kombiniert auftreten. Einmal etabliert, ist Mauke hartnäckig und bedarf einer geduldigen Behandlung. Die Auswirkungen von Mauke auf das Wohlbefinden des Pferdes hängen vom Schweregrad der Symptome ab. 

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Die häufigsten Symptome

Die Mauke zeigt sich in verschiedenen Schweregraden. Kaum sichtbar startet der Verlauf mit leichten Rötungen. Danach folgen Symptome wie Haarausfall, schuppige Haut, Krusten und Hautverdickungen. Hier redet man von der umgangssprachlich typischen Mauke. Diese Krusten können sich weiter ausbreiten, Risse und Wunden entstehen und die betroffenen Stellen werden schmierig durch austretendes Exsudat, also eiweissreiche Flüssigkeit aus Blutgefässen. Letztere Symptome sind schmerzhaft und gehören bereits zu einer stark ausgeprägten Form der Mauke.

Unbehandelt kann Mauke chronisch werden und zu bleibenden Vernarbungen, massiven Gewebewucherungen bis hin zu "wildem Fleisch" führen.

Die Ursachen: Ein Zusammenspiel vieler Faktoren

Die aktuelle Beweislage zeigt, wie facettenreich die Auslöser sind. Gewisse Pferde tragen ein genetisches Risiko mit sich: Kaltblüter und Pferde mit weissen Beinen sind statistisch häufiger betroffen.

Der Hauptfeind ist jedoch die Feuchtigkeit. Ob nasse Einstreu oder matschige Ausläufe: Langanhaltende Nässe in der Fesselbein-Region weicht die Schutzbarriere der Haut auf, führt zu Hautrissen und schafft ein optimales Klima für Bakterien, die so leichter eindringen und Entzündungen auslösen können. 

Weitere begünstigende Faktoren sind Fütterungsfehler, Allergien, Pilzinfektionen, Milbenbefall und starke UV-Einstrahlung (besonders bei unpigmentierter Haut).

Behandlung und Management

Mauke kann zu Beginn harmlos aussehen, weshalb sie oft unterschätzt wird. Studien zeigen, dass eine Mehrheit der Betroffenen ohne tierärztliche Beratung eine Behandlung beginnt. Jedoch muss Mauke je nach Ursache anders therapiert werden. Tierärzte können die unterschiedlichen Ursachen differenzieren und eine genaue Diagnose stellen.

Parallel zur medizinischen Therapie ist die Optimierung des Managements das A und O:

  • Regelmässiges Misten sorgt für eine saubere, trockene Box, während auf der Weide ein durchdachter Umtrieb und befestigte Bereiche an nassen Stellen die Grasnarbe schützen und Matschbildung verhindern.
  • Bei Pferden mit Behang empfiehlt es sich, diesen zu kürzen, damit die Fesselbeuge trocknen und pflegende Cremes direkt auf der Haut aufgetragen werden können.
  • Durch sanftes Waschen und gründliches Trockentupfen bleibt die Fesselbeuge sauber und die Hautbarriere intakt. 

Letztlich ist Mauke vielschichtig und komplex, doch ein gutes Management kann schon viel bewirken. Jegliche Massnahmen zur Optimierung der Hygiene und Hautpflege können bereits vor einem Ausbruch als wirksame Vorbeugung implementiert werden. Ein aufmerksames Auge bei der täglichen Pflege und die rechtzeitige Absprache mit Fachpersonen helfen dabei, kleine Hautveränderungen zu erkennen, bevor sie zu einem chronischen Problem werden.

So stellen Sie sicher, dass Ihr Pferd die Weidesaison nicht mit schmerzhaften Entzündungen, sondern voller Bewegungsfreude geniessen kann!

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